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Mit einem freundlichen Augenzwinkern und Kopfschütteln

Wenn er, der große, etwas schlaksige, gut gekleidete Mann in den Raum eintrat, dann war das ungewollt, von ihm in aller Zurückhaltung gedacht, raumfüllend und irgendwie beeindruckend. Immer freundlich, absolut kein Machtgehabe, überhaupt kein Gehabe und Getöse - auf Augenhöhe in der Sache und für die Menschen.

Dabei hat er es sich nicht leicht gemacht - Entscheidungen konnten mal extrem lange hin- und her gewälzt und hier und dort noch diese und jene Änderung eingefügt werden, bis sie als reif verabschiedet wurden. Ganz präzise durchdacht sollte alles sein.

Manchmal verließ sich sein Umfeld allzu sehr auf diese Präzision - „wenn Herr Elsner das gut findet, ist es gut.“

Und wenn er von einer Entscheidung überzeugt war, wurde die auch mal zur Chefsache gemacht. Das war eine Qualität und eine Last zugleich. Immer knapp am Rand des Möglichen

Michael Elsner hat 1993 den Herbergsverein in einem sanierungsbedürftigen Zustand übernommen. Ein großes Feld, dass Michael Elsner Jahrzehnte lang zu bespielen wusste.

  • Prägende Arbeit in Lüneburg - sein Schwerpunkt lag auf Hilfen für Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen.
  • Leitung verschiedener Tochterunternehmen, u.a. ab 1985 die Neue Arbeit Lüneburg
  • Berater der Sieb & Meyer Stiftung
  • Stiftungsratsmitglied der Stiftung „Diakonie ich mache mit“
  • Wegbereiter der I. H. H. Bode Stiftung
  • Konzept und Umsetzung des Wichernkranzes auf dem Wassserturm
  • Ideengeber und Mitwirkung als Kirchenvorstand und Vorstandsvorsitzender an der Vesperkirche Lüneburg
  • Maßgebliche Mitarbeit an der Fusion von Kirchenkreis, Diakonieverband und Herbergsverein Ende 2017 u.v.m.

In allen Funktionen hat er unerlässlich daran gearbeitet die Welt ein Stück besser zu machen. Ohne Rast, immer persönlich engagiert und ganz nahbar, für das Gute und für die Menschen unterwegs. Er war einer von denen, die sich in den Dienst und Sinn der Sache stellten und sich nicht als Person wichtiger nahmen. Er war einer, mit dem man scherzen und herzlich lachen konnte und einer, der auch für die ganz kleinen Ideen ein offenes Ohr hatte und diese unterstützte - immer auf Augenhöhe.

Das Eintreten für einen gerechten Ausgleich von Reichtum und die Beseitigung von Armut, für gleiche Chancen der Geschlechter, der Generationen und sozialer Gruppen und Völker waren seine Anliegen. Seine großen Wünsche: Frieden, Wohlstand, die Bewahrung der Schöpfung und die Verwirklichung der Menschenrechte.

Mit seinem Wirken hat er immer wieder die Systemfrage gestellt und versucht klüger zu beantworten – politisch, wirtschaftlich und sozial.

In einem Interview gefragt, wie zukünftige Generationen an ihn denken sollen, antwortete er: „Mit einem freundlichen Augenzwinkern und Kopfschütteln.“

Wir zwinkern mehr als sehr freundlich und sagen ohne Kopfschütteln: Danke, für den der Du warst!

Die Fertigstellung des Großprojekts, der Neubau auf dem Herbergsgelände Beim Benedikt, eines seiner Herzensprojekte, konnte er nicht mehr miterleben.

Am 7. Februar 2024 ist Michael Elsner mit 63 Jahren unerwartet verstorben.

Im Juni 2026 wird in Gedenken an ihn der Michael-Elsner-Fonds zur Förderung innovativer Ansätze in der Obdachlosenhilfe ins Leben gerufen. Ideenreich, geistig beweglich, originell, flexibel und kreativ. Ganz in seinem Sinne.