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Lehrlinge des Bauhandwerks aus den Innungsbetrieben im Gebiet der Handwerkskammer

Braunschweig-Lüneburg-Stade bauen die denkmalgeschützte Einfriedungsmauer der Herberge plus im Rahmen der überörtlichen Lehrlingsunterweisung wieder auf.
Am 18.4. wurde eine Zeitkapsel mit Plänen, Münzen, einer Tageszeitung, Informationen zum Spendenprojekt, und der Broschüre vom Lebensraum Diakonie in einem Pfeiler eingemauert. Die Lehrlinge freuen sich über ihr Übungsobjekt in der westlichen Altstadt und werden zum nächsten Blockunterricht wiederkehren.

Hier zum Artikel aus der Landeszeitung Lüneburg

Eine Untersuchung der alten Ziegel der denkmalgeschützten Umfriedungsmauer der Herberge plus durch das Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege bestätigte, was schon seit einiger Zeit vermutet wurde: Zumindest auf dem 73 m langen Abschnitt links vom Torbogen geht kein Weg am Rückbau vorbei. Ausgehend von diesen Rahmenbedingungen haben Lebensraum Diakonie e. V. und das Architekturbüro Esfandiary, das für die fachliche Betreuung dieses Projekts gewonnen werden konnte, einen Sanierungsplan entwickelt, der im Sommer 2017 von der unteren Denkmalschutzbehörde genehmigt wurde. Parallel wurden Gespräche mit potentiellen Partnern geführt und im Spätsommer zeichnete sich ab, dass die Arbeiten doch noch in 2017 beginnen konnten.

Los ging es Mitte September mit dem 73 Meter langen Mauerabschnitt „links“ vom Tor. Dank einer Kooperation mit den Bauinnungen der Kreishandwerkerschaft und der Innung des Kreises Harburg konnten bereits die alten Ziegel abgetragen werden, die frei bzw. mit Handausschachtungen zugänglich waren. Auszubildende im 2. Lehrjahr arbeiteten weitgehend ohne Maschineneinsatz, um Ziegel für Ziegel auf Wiederverwertbarkeit prüfen zu können. Unter der Anleitung von Rainer Diederichs und Jürgen Meyer vom Technologiezentrum der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade begann die überörtliche Lehrlingsunterweisung auf diese Art praxisnah und nachhaltig. „Gerettete“Ziegel wurden im "Steinelager" sorgsam aufgeschichtet, restliches Material über die Firma Manzke entsorgt.

Da der Umgang mit historischem Material nicht standardmäßig zu den Ausbildungsinhalten gehört, erlebt dieser Ausbildungsjahrgang eine Besonderheit. Lerninhalte, die die Mauersanierung nicht abdecken, werden wie gewohnt in den Werkstätten des Technologiezentrums am Schwalbenberg vermittelt.

Während die Lehrlinge im Oktober 2017 in ihre Ausbildungsbetriebe im Kammerbezirk zurückkehrten, wurde die Zeit genutzt, um Erdreich abzutragen. Mit freundlicher Unterstützung der Firma B&L Baumaschinen und der Fa. Manzke konnten mit passendem Gerät rund 100 Tonnen Boden entfernt und abtransportiert werden.

Die so freigelegten Mauerreste konnten im November 2018 mit einer dritten Azubi-Gruppe bearbeitet werden. Weitere Unterstützung erhielt das Projekt durch die Mobile Einsatztruppe der Jugendbauhütte im Landkreis Stade. Hierbei handelt es sich um junge Menschen, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Denkmalschutz verbringen. Weitere Einsätze in 2019 sind geplant.

Sobald die Witterung es zulässt, werden auch die 33 Bauhandwerker- Lehrlinge dieses Jahrgangs nach der Winterpause im März 2018 gruppenweise zum Benedikt zurückkehren, um dann in Wochenblöcken zu lernen, wie historisches Verblendmauerwerk im Kreuzverband gemauert werden muss. Die Mauer wird in ihrer ursprünglichen Höhe mit 1,18 m wieder aufgemauert werden. Die wiederverwendbaren Ziegel werden mit historischen Ziegeln aus anderen Rückbaumaßnahmen gemischt werden.

Die neue Mauer wird wieder ein Dach erhalten, hier werden Berufsschüler der Georg Sonnin Schule (BBS II) unterstützen und im Rahmen ihres Unterrichts Schalungen bauen, mit denen neue Betonabdeckungen gegossen werden können. Diese werden die noch vorhandenen Sandsteinabdeckungen ergänzen.

Der Weg der Sanierung dieses ersten und baufälligsten Abschnitts ist somit klar beschrieben. Doch die denkmalgeschützte Mauer umfasst noch zwei weitere Abschnitte. Das Portal mit der Hofeinfahrt sowie der Abschnitt zwischen Tor und Nachbargrundstück sind im besseren Zustand. Mit der Restaurierung sollen Lüneburger Fachbetriebe beauftragt werden, bei der Finanzierung dieser Auftragsarbeiten hofft der Lebensraum Diakonie e. V. auf Fördermittel, Stiftungsgelder und weitere Spenden.

Bei Fragen, Wünschen und Anregungen nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf:

Dörthe Grimm
Projektmanagement
Lebensraum Diakonie e. V.
Beim Benedikt 8
21335 Lüneburg

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